Stark, fest und unerschütterlich

Stark, fest und unerschütterlich

Ich liebe gute Geschichten. Solche voller Höhen und Tiefen, Wendungen und Irrungen. Eine Geschichte, die dem Prinzip „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ folgt, normalerweise mit Bösewichten, ein wenig Romantik und definitiv mit Happy End!

Ich liebe die Geschichte von Josef. Ein großer Teil – zwanzig Kapitel – des ersten Buches der Bibel ist dem Leben Josefs gewidmet. Und damit mehr als allen anderen Personen, über die wir dort lesen. Mehr als Adam, Noah, Abraham, Isaak oder Jakob. Wir können viel über Josef lernen und noch viel wichtiger, wir können viel darüber lernen, wie Gott in, durch und für Josef wirkt.

Am Anfang von Kapitel 41 befindet sich Josef in einem Kerker. Er tat nichts Falsches; nichts, womit er es verdient hätte, dort zu landen – im Gegenteil! Er floh vor der Versuchung und ehrte Gott, doch er wurde fälschlicherweise angeschuldigt und war sogar von dem Mundschenk, dem er einst geholfen hatte, vergessen worden. An diesem Punkt in unserer Geschichte ist Josef mindestens zwei Jahre lang im Gefängnis, doch wir lesen nichts davon, dass er sich in Verzweiflung suhlte, sich selbst bemitleidete, seine Familie beschuldigte, ihn dreizehn Jahre zuvor verlassen zu haben oder Gott anschuldigte, ihn vergessen zu haben. Wie war Josef also in der Lage, nicht nur zu überleben, sondern auch inmitten dieser schwierigen Zeiten zu wachsen? Was hat den Unterschied gemacht?

Der Herr war mit ihm.

Als Josef als Sklave an Potifar verkauft wurde, heißt es, dass der Herr mit ihm war (1. Mose 39,2) und als Josef ungerechterweise ins Gefängnis geschickt wurde (39,21) lesen wir, dass der Herr mit ihm war und ihm Güte und Gunst erwies. Josephs Umstände schmälerten die Realität der Gegenwart und Fürsorge seines allmächtigen Gottes nicht, der ihn stärkte und befähigte, ein gottzentriertes Leben zu führen – ganz gleich, wie schwer die Situation war.

Lass dich ermutigen: Der Gott Josefs ist unser Gott. Und ganz gleich, welche Schwierigkeiten wir zu bewältigen haben oder in welchem Kerker der Verzweiflung oder Enttäuschung wir uns befinden, auch wir können uns der Verheißung Jesu gewiss sein, der uns nie verlassen und nicht aufgeben wird (Hebräer 13,5). In Zeiten der Anfechtung, der Sorge, des Schmerzes, der Trauer und des Leids lernen wir Gott oft besser kennen als in unseren Gipfelerlebnissen. Wo auch immer du dich heute befindest, der Herr ist mit dir.

Im weiteren Verlauf der Josefsgeschichte lesen wir von den quälenden Träumen des Pharaos und davon, dass Josef der Einzige war, der sie deuten konnte. Das führte dazu, dass Josef aus dem Gefängnis in den Palast kam! Gott fuhr fort, Seine Pläne in Josefs Leben zu verwirklichen und im Alter von 30 Jahren wurde Josef zweiter Befehlshaber in ganz Ägypten. Er nutzte göttliche Weisheit, um das Land in Vorbereitung auf die sieben Jahre des Überflusses und die sieben Jahre der Hungersnot zu führen, die Gott durch die Träume des Pharaos offenbarte.

Josef blieb auch dann dabei, Gott zu ehren, als er in Ägypten eine bedeutende Stellung innehatte. Er suchte seine Erfüllung nicht in Wohlstand oder in der Absicherung durch die Versorgung durch den Pharao, sondern arbeitete mit ganzem Herzen für das Wohl des Volkes und zur Ehre Gottes. Die Namen seiner beiden Söhne zeigen, dass Josef genau wusste, wer bei ihm war, als er all das durchmachte.

Josef nannte seinen ältesten Sohn Manasse, denn er sagte: »Gott hat mich all meinen Kummer und die Familie meines Vaters vergessen lassen.« Seinen zweiten Sohn nannte er Ephraim, denn er sagte: »Gott hat mir im Land meiner Leiden Kinder geschenkt.« – Genesis 41,51-52

Anhand der gewählten Namen können wir einige Dinge erkennen. Ich stelle eine These auf: Womöglich meinte Josef nicht, dass er alles aufgrund seines guten Lebens vergessen hat, sondern weil er sich nicht mehr an die Schwierigkeiten und den Schmerz erinnert. Wir wissen, dass es sehr schwer ist, die schrecklichen Dinge zu vergessen, die uns widerfahren sind. Vielleicht hat Josef die schrecklichen Ereignisse und Herausforderungen, die er durchlitten hat, nicht vergessen, sondern Gott hat ihn von den Gefühlen des Schmerzes und Leids aus der Vergangenheit befreit.

Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.” – Römer 8,28

Josefs Namenswahl für Ephraim sagt uns auch, dass seine Leidenszeit ihn nicht gebrochen oder zerstört hat, sondern dass es eine fruchtbringende Zeit war! Sorgen und Schwierigkeiten können uns dazu bringen, beim Herrn Zuflucht zu suchen und in dieser Dunkelheit Schätze zu finden. In der engen Beziehung mit Jesus finden wir Seine vollkommene Gnade, Seine liebevolle Güte und Barmherzigkeit und Seine ewigen Arme, die uns durchtragen. In der Not wird unser Glaube gefestigt, damit unser Leben mehr von unserem Erlöser widerspiegelt.

Bevor ich mich heute an diese Bibelstelle gesetzt habe, war ich bei einem Gebetstreffen, dessen Veranstalter ein Dienst für unsere verfolgten Glaubensgeschwister in der ganzen Welt ist. Ich habe keine Zweifel daran, dass diese Glaubensgeschwister uns unzählige Geschichten aus einem Arbeitslager in Nordkorea oder einem Gefängniscontainer in Eritrea erzählen könnten, die zeigen, was es bedeutet, Leid zu ertragen. Sie wissen, was es bedeutet, Gottes stärkende Gnade zu erfahren, das Licht Jesu inmitten der schrecklichsten Finsternis leuchten zu lassen und durch Seinen Geist in der Lage zu sein, dem Bösen standzuhalten. Wir können viel von ihrem tiefen Vertrauen in unseren himmlischen Vater lernen, der gut ist, auch wenn das Leben nicht gut ist. So wie Er mit Josef war, so ist der Herr auch jetzt mit jeder unserer verfolgten Familien, durch alles hindurch.

Und Er ist auch bei uns, in guten wie in schlechten Zeiten, in Schmerz und Trauer, in Schwäche, in Verlust und Versagen, in Freude und Enttäuschung – Er ist da und wirkt in allem.

„Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“ 1. Petrus 5,10

 Katie

Verwandte Bibelstudie

Es wurde kein Bibelstudium gefunden

Erhalten Sie Benachrichtigungen über neue Blogs

Neueste