Kehrt um und lasst euch versöhnen
Ich habe mit Perfektionismus zu kämpfen und oftmals hat das einen Einfluss auf meine Beziehungen. Lange dachte ich, ich müsste „perfekt“ sein, damit man mich liebt. Außerdem war ich der Meinung, meine Freundschaften könnten ebenfalls „perfekt“ sein. Ich erinnere mich, wie mich das Streben nach Perfektion oftmals fast erdrückt hat. Diese Art von Druck lähmt. Kurz darauf schämst du dich. Wenn nämlich irgendetwas schiefläuft, ist es dein Fehler. Du legst die Messlatte extrem hoch und wenn du sie nicht erreichst, isolierst du dich. Das ist sicherer, als es noch einmal zu versuchen. Aber es ist auch einsamer. Ich erinnere mich, wie ich eine Freundin zum ersten Mal traf. Ich dachte, mit ihr als Freundin könnte es perfekt werden. Am Anfang war es super und ich dachte, ich hätte endlich alles unter Kontrolle. Aber dann gab es das unvermeidliche Missverständnis und jemand fühlte sich ungeliebt. Ich machte mir Sorgen, hatte Angst. Ich hatte es vermasselt. Würde sie mich trotzdem noch mögen?
Ich habe gelernt, dass kein Mensch perfekt ist. Keine Freundschaft hier auf Erden kann jemals perfekt sein. Interessanterweise wurde mir das erst klar, als ich meiner Unzulänglichkeit ins Auge sehen musste. Ich musste mich erst von dem Ideal verabschieden, an das ich mich lange geklammert hatte, um das zu verstehen. Es tat weh. Aber heute kann ich sagen, dass meine besten Freundschaften alles andere als perfekt sind. Es sind tiefe Freundschaften, gerade wegen der Schwierigkeiten, der Missverständnisse und der chaotischen Zeiten. Nicht zuletzt brauchte es für diese Tiefe Vergebung. In dieser Art von Freundschaft wollen zwei Menschen miteinander wachsen und einander mögen, egal was kommt. Wenn ich mir diese Freundschaften anschaue, sehe ich Gottes Hand auf ihnen. Er allein konnte das immense Maß an Gebrochenheit in diesen Beziehungen heil machen.
- Korinther 7 ist ein starker Textabschnitt. Wenn man das liest, wird einem klar, wie sehr wir im Leib Christi einander brauchen. Wir sollen einander ermutigen und begleiten. Die Verse 9 und 10 machen deutlich, was für eine Kraft es hat, wenn wir umkehren und wie wir durch Umkehr mit Gott und den Menschen versöhnt werden. Bevor wir an den Punkt gelangen, an dem Versöhnung geschieht, kommen viele Gefühle und echter Schmerz an die Oberfläche. Es fließen viele Tränen. Dann ist da dieser schmerzhafte Moment, in dem uns klar wird, dass wir den anderen verletzt haben. Das macht uns traurig. Aber diese Traurigkeit ist nicht etwas, was wir bedauern müssen. Sie bereitet den Weg für eine tiefere Verbundenheit und eine authentischere Liebe. Beides fußt auf dem Akt der Vergebung. Das Schöne daran ist, dass wir mit Gott versöhnt und erlöst werden, wenn wir vor Gott bekennen, dass wir Sünder sind und seine Vergebung annehmen. Dann haben wir ewiges Leben nach dem Tod und bereits jetzt und hier Leben in Fülle.
Jesus gab Sein Leben, um uns mit Ihm zu versöhnen. Es ist Ihm so wichtig, unser bester Freund zu sein. Wir dürfen unsere Unzulänglichkeiten und Fehler eingestehen. Bei Ihm ist ein sicherer Ort, Er verurteilt uns nicht. Jesus kam nicht, um die Welt zu verurteilen, sondern um sie zu retten (Johannes 3,17). Er erniedrigte sich, um dir da zu begegnen, wo du bist. Er liebt dich mehr, als menschliche Worte je zum Ausdruck bringen könnten. Ich ermutige dich also, ein für alle Mal die Lüge hinter dir zu lassen, dass du perfekt und makellos sein musst, um von Gott geliebt und angenommen zu werden. Egal, wie weit du dich entfernt hast: Er ist ein Vater, der dich mit offenen Armen empfängt, so wie du bist. Er liebt dich so sehr und wünscht sich, dass du Seine Liebe in aller Fülle empfängst. Das ist die Wahrheit – alles andere ist eine Lüge aus den Tiefen der Hölle.
In Apostelgeschichte 2,38 bittet Petrus die Menschen in Jerusalem eindringlich, umzukehren, sich von der Sünde abzuwenden und um Vergebung zu bitten. Auch wenn diese Worte nicht aus Petrus Mund gekommen wären: Diese Worte sind wahr. Sie haben Kraft, unabhängig davon, wer sie ausspricht. Was die Aussage jedoch besonders kraftvoll macht, ist dass Gott Petrus beauftragte, diesen Menschen das Evangelium zu verkünden. Petrus war einer von Jesu besten Freunden, ein Mann, der mit dem Messias hier auf der Erde unterwegs sein durfte. Wir wissen, dass Petrus viele Fehler gemacht hat. Außerdem konnte er ganz schön impulsiv und aufbrausend sein. Aber weil sich Petrus seiner vielen Unzulänglichkeiten bewusst war, verkündete er den Leuten in Jerusalem umso lauter, dass Jesus in seiner bedingungslosen Liebe bereit war, ihnen zu vergeben und sie zu retten. Sie mussten nur umkehren, ihre Sünden bekennen und sich davon abwenden. Weil wir wissen, dass Petrus selbst die Vergebung Christi erfahren hat, können wir uns sicher sein, dass diese Worte mehr als wahr sind. Das, was er predigte, hatte er am eigenen Leib erfahren. Gott liebt dich. Kehre um und lass dich versöhnen!
Grace Ann
Herausforderung Woche 4
In dieser Woche widmen wir uns dem Prozess, in dem Josef seine Brüder auf die Probe stellt und schließlich ihrer Versöhnung. Gibt es jemanden, mit dem du dich versöhnen solltest? Gehe zuerst Schritte in Richtung Vergebung und bemühe dich dann, wenn möglich, um Versöhnung. Schreibe auf, wie Gott in deinem Leben wirkt und wie Seine Treue in diesem Prozess sichtbar wird.





