Gnade über Gnade

Gnade über Gnade

 

 

Verlust ist etwas, das mir in den vergangenen Jahren sehr bekannt geworden ist.

Erst mein Vater, sechs Monate später meine jüngere Schwester… dann meine Mutter.

Ich kann mich noch sehr gut an die Anrufe erinnern, die mir mitteilten, dass ich wieder ein Familienmitglied verloren hatte. Binnen vier Jahren wurde ich Vollwaise und die einzige Überlebende auf meinen Kindheits- und Familienfotos. Als wenn das nicht genug war, fand ich drei Jahre später heraus, dass mein Mann untreu war. Das führte zu einer Scheidung und dem Verlust unseres Familienunternehmens. Ich blieb als alleinerziehende Mutter zweier Kinder zurück.

Ich stand inmitten von Schutt und Asche und bekniete Gott, mir diese Last abzunehmen. Ich betete inständig darum, dass sich die Umstände änderten. Ich war überwältig von all dem Leid, Tod, Verlust, der Untreue und Dunkelheit in meinem Leben. Es fühlte sich wie ein Alptraum oder ein schlechter Scherz an. Auch wenn sich die Umstände nicht unbedingt so veränderten, wie ich gebetet oder gehoffte hatte, gab es doch etwas, das sich veränderte. Mein Blickwinkel. Ich entschied mich dazu, meine Augen auf Gott zu richten. Dadurch erlebte ich nicht nur Heilung, sondern bekam auch eine biblische Sichtweise zum Thema Leiden. Unsere Kultur ist sehr gut darin, Schmerz zu umgehen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Angebote, wie man all das, womit man nicht konfrontiert werden will, einfach betäubt. Bei mir musste ein Umdenken stattfinden.

Ich komme aus Montana, einem Ort ca. dreißig Minuten vom Glacier Nationalpark entfernt. Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der es undenkbar für mich war, zurück nach Montana zu ziehen. Und hier bin ich, inmitten von Montanas freier Natur, in der ich zwei Kids, die für Jesus brennen, großziehen darf. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so viel wandern und zelten, wie seitdem ich alleinerziehend bin. Ich war nie wirklich der „Naturmensch“, aber ich bin froh, dass wir nicht gebunden sind an den Menschen, der wir einst waren. Wir können selbst in den schwierigsten Lebenslagen wachsen und uns weiterentwickeln.

Ich war vor Kurzem während einer Wanderung auf einem Pfad unterwegs, als Ich plötzliche Gottes Stimme hörte. Ich war umgeben von unberührten Wäldern, saftigen Wiesen, rauen Felsen und glasklaren Seen, als ich daran erinnert wurde, das Gott nicht nur all diese Schönheit gemacht hatte, sondern auch mich. Und auch dich. Gottes Wesen spiegelt sich in uns wieder, vor allem dann, wenn wir mitten in schweren Zeiten durch Ihn stark sind; denn wenn wir schwach sind, ist Er stark. Er kann Trauer in Freude verwandeln.

Wir spiegeln Gottes Macht wieder, wenn wir zulassen, dass Er uns in unseren Schwächen stark macht, komme was wolle. Es ist verlockend, unsere Schwachheit und unseren Schmerz einfach wegwischen zu wollen. Aber wenn wir erleben, wie jemand inmitten von Anfechtungen und Herausforderungen fröhlich ist und Gott verherrlicht, dann macht das was mit uns. Der Teufel kann uns nichts anhaben, aber er legt alles dran, uns zu erschöpfen. Dagegen haben wir eine Waffe. Wir haben seine Stärke und Gnade.

So wie Paulus darum gebetet hatte, dass er von seinem Dorn im Fleisch erlöst wird, so hat Jesus in Lukas 22,42 gebetet: “Vater, wenn du willst, dann lass diesen Kelch des Leides an mir vorübergehen. Doch ich will deinen Willen tun, nicht meinen.“ Diese Verse haben mich immer wieder in Zeiten der Not getröstet. Wir sind mit unserem Leid nicht allein gelassen. Unsere Gebete werden vielleicht nicht immer so erhört, wie wir uns das wünschen oder vorstellen. Unsere Herausforderungen können von Schmerz begleitet sein, aber sie haben auch immer einen höheren Sinn.

Der Sinn besteht darin, dass Gott etwas in unserem Leben verändern oder tun will. Dabei nutzt Er unseren Schmerz, um unseren Charakter zu bearbeiten. Anfechtungen und Bedrängnisse werden kommen. Mögen wir im Auge des Sturms standhaft in unserem Glauben sein. Unser Leiden ist niemals sinnlos. Unser Scherz ist niemals Verschwendung.

Was wäre, wenn wir Gott in unseren tiefsten Gebeten eher nach dem Sinn unseres Schmerzes fragen, anstatt darum zu bitten, dass Er den Schmerz einfach wegwischt?

Was wäre, wenn wir uns mehr auf den Heiler und die Heilung, als auf den Schmerz konzentrieren würden?

Der Herr ist treu und gerecht, auch wenn das Leben und manche Menschen es nicht sind.

Lass uns Gott bei jedem Verlust und jedem Schmerz darum bitten, unser Herz mit Seinem in Einklang zu bringen. Lass uns Empfänger Seines Wohlwollens sein und Seine Gnade jeden Tag neu erkennen.

Kelli

 

Woche 4, Herausforderung:

Nimm dir diese Woche Zeit und schreibe Situationen auf, in denen Gott deine Gebete erhört hat (so viele, wie dir einfallen). Teile diese Gebetserhörungen mit deiner Familie oder deinen Freunden. So kannst du sie ermutigen an Gott dran zu bleiben während sie auf Ihn warten. Mit deinem Zeugnis hilfst du ihnen dabei zu erkennen, dass Gott unsere Gebete hört und beantwortet.

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