Gedächtnistraining
Zeit mit unseren Liebsten ist uns enorm wichtig, und wir bewahren Erinnerungen an diese gemeinsamen Erlebnisse wie Schätze. Wir machen Fotos und Videos und schreiben sie in unser Tagebuch, damit wir die Momente nicht vergessen.
Mein Mann und ich haben vor Jahren damit begonnen, ein Gebetstagebuch zu führen. Wir notieren darin alle möglichen Gebetsanliegen, und wenn ein Gebet beantwortet wird, vermerken wir das Datum und wie Gott es beantwortet hat. Dieses Tagebuch ermöglicht uns, auf alles zurückzusehen, was der Herr uns schon alles Gutes getan hat, selbst wenn Seine Antwort anders ausfiel, als erwartet.
Die Geschichte von Israel erzählt von Gottes großen Taten. Er hatte Sein Volk auf wundersame Weise beschützt und versorgt. Er wusste, dass Sein Volk ein kurzes Gedächtnis hatte. Deshalb wollte Er, dass sie etwas zum Anfassen hätten (die zwölf Steine), das ihnen helfen sollte, sich an Seine Treue, Macht und Fürsorge zu erinnern. Auch sollte es nicht nur für die Anwesenden sein. Gott wollte, dass sie sich genau erinnerten, damit sie ihren Kindern und Enkeln erzählen konnten, was Er mächtiges für sie getan hatte.
Fällt es uns nicht allen schwer, uns daran zu erinnern, was Gott schon alles für uns getan hat? Dieser geistliche Gedächtnisverlust äußert sich häufig in Form von Klagen. Klagen offenbart ein Herz, dass vergessen hat, wovor Gott dich gerettet hat und wohin Er dich führt.
Wir müssen wieder lernen, uns zu erinnern.
Erinnere dich, wo du herkommst.
Unsere Klagen sagen de facto, wir sind unzufrieden mit dem, was Gott für unser Leben oder für den Tag bereithält. Wir sagen, dass wir etwas Besseres verdient hätten. Das jedoch zeigt, dass wir vergessen haben, was wir tatsächlich verdient hätten. Unsere Sünden verdienen nichts als Urteil und Strafe, aber Gott hat uns aus dieser stinkenden Grube herausgeholt. Jesus hat uns nicht nur vor der Macht der Sünde gerettet, sondern ebenfalls vor dem göttlichen Zorn. Aber damit nicht genug. Jeden einzelnen Tag handelt Gott in deinem Leben. Er heilt, Er macht Herzen weich und wirkt alles zum Guten. Bedauerlicherweise merken wir es oft nicht, und darüber hinaus sind wir noch vergesslich.
Wir müssen uns mehr Mühe geben, auf alles zu achten, was Gott für uns tut und wie Er sich um uns kümmert. Tagebuch schreiben ist eine Möglichkeit. Schreib doch mal auf, wie du früher warst und wie du heute bist. Wo hast du dich weiterentwickelt? Notiere Gebetserhörungen, selbst wenn Gott sie anders als erhofft, beantwortet hat. Halte fest, wie du es durch schwere Zeiten hindurch geschafft hast. Mit den Jahren bekommst du eine große Sammlung von Erinnerungen an Gottes Treue und ein Zeugnis, das du deinen Kindern weitergeben kannst.
Erinnere dich, wohin du gehst.
Egal ob dein Leben bisher ruhig und einfach oder anstrengend und chaotisch verlaufen ist, erinnere dich daran, wohin Gott dich führt. Du befindest dich auf dem Weg in ein ewiges Königreich. Der Weg dorthin mag manchmal nicht ganz einfach zu navigieren und mit harten Erfahrungen und Entscheidungen gespickt sein, aber du darfst zuversichtlich davon ausgehen, dass dir am Ende alle Entbehrungen und Beschwernisse genommen werden und dir ein ewiges Leben in wahrer Freude, andauerndem Frieden und Zufriedenheit, mit unvorstellbarem Spaß und ungetrübten Beziehungen mit allen Menschen dort aber vor allem mit deinem Retter gewiss sind.
Deshalb sagt Paulus, „unsere jetzigen Sorgen und Schwierigkeiten sind nur gering und von kurzer Dauer.“ Wie kann er das behaupten? Weil seine Perspektive über sein hiesiges Leben hinausgeht. Jeden Tag erinnert er sich, wohin Gott ihn und alle Gläubigen bringen wird. doch sie bewirken in uns eine unermesslich große Herrlichkeit, die ewig andauern wird! Wir sollten ebenfalls versuchen, „nach vorn auf das [zu] blicken, was wir noch nicht gesehen haben. Denn die Sorgen, die wir jetzt vor uns sehen, werden bald vorüber sein, aber die Freude, die wir noch nicht gesehen haben, wird ewig dauern.“ (2. Korinther 4,17-18).
Auch dabei kann dir ein Tagebuch helfen. Was erwartet dich in der Ewigkeit? Wie kann dieses Wissen dein Leben hier heller, deine Sorgen leichter machen?
Übe Wege ein, dich daran zu erinnern, wie sehr Gott dich liebt und wie sich Seine Liebe äußert. Es wird dir eine große Ermutigung für deinen Glauben sein.
Die Augen auf Jesus gerichtet,
Jen





