Die bevorstehende Herrlichkeit

Es gibt ein Weihnachtslied, das das Herz von Advent und unseren heutigen Versen in meinen Augen perfekt trifft:
Die erste Strophe dieses Lieds (im Original Come thou long expected Jesus) lautet:
Komm, Du lang ersehnter Jesus,
Komm und mach uns Menschen frei,
Von der Angst und von den Sünden,
Unsere Ruhe in dir sei.
Du bist Israels Trost und Stärke,
Hoffnung für die ganze Welt,
Tiefe Sehnsucht aller Völker,
Freude, die das Herz erhellt.
Ich bekomme jedes Mal Tränen in den Augen, wenn ich diese Strophe in der Weihnachtszeit singe. Weißt du, ich kann mich noch gut an ein Weihnachten vor fast zehn Jahren erinnern, an dem wir viel Schmerz und Leid erfuhren. Ein Verlust nach dem anderen traf unsere Familie wie eine erbarmungslose Welle. Es kam mir vor, als ob ich meinen Kopf kaum noch über Wasser halten konnte. Ich saß damals mit einem gebrochenen Herzen in der Kirche, und war nicht imstande zu singen. Dieses Lied konnte ich jedoch als Gebet flüstern.
Seit diesem Weihnachten habe ich ein tiefes Mitgefühl für alle, die sich mit ihrem Schmerz und ihren Verletzungen durch die Feiertage schleppen müssen. Für einige von uns, die diese Zeilen lesen, kann der bloße Gedanke an Weihnachten und die Feiertage schon fast lächerlich erscheinen. Die Vorstellung zu feiern und die Vorweihnachts- und Adventszeit zu genießen scheint aufgrund des Schmerzes, des Verlusts und der Hoffnungslosigkeit fast unmöglich. Aber ich habe gute Neuigkeiten für dich.
Die Adventszeit ist auch für dich!
In Römer 8,25 steht: „Aber wenn wir auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen, müssen wir mit Geduld und Zuversicht darauf warten.“
Advent ist die Zeit für jedes sehnsüchtige Herz. Das beinhaltet also nicht nur die fröhlichen Herzen um uns herum, sondern auch die Herzen, die durch ihre Sehnsüchte ein Spiegel der Gebrochenheit in dieser Welt sind. Die Verse von heute erinnern uns daran, dass es in dieser Welt und in dieser Zeit viel Leid geben wird. Gott der Vater hat aber durch Seine Güte und Seinen Sohn Jesus Christus einen Weg für uns gebahnt. Durch Jesus haben wir einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit bekommen, die jedes Leid, das wir in dieser Welt erleiden müssen, besiegt.
Wie du vielleicht schon bemerkt hast, ignoriert der Advent dein Leid nicht und gießt auch kein zusätzliches Öl ins Feuer. Advent existiert, weil Leid existiert. Unser sehnsüchtiges Herz ist der Knackpunkt, weshalb wir den Advent brauchen. Es ist der Grund, warum wir Advent inmitten einer gebrochenen Welt feiern. Unsere Hoffnung liegt auf Emmanuel (Gott mit uns), und darauf, dass Er eines Tages tun wird, was wir in diesem alten Lied singen: Hoffnung für die ganze Welt, tiefe Sehnsucht aller Völker, Freude, die das Herz erhellt.
In der Einleitung dieser Advent-Bibelarbeit heißt es: „Die Adventzeit ist eine Zeit, in der wir uns der Gebrochenheit dieser Welt, in der wir leben, bewusst werden. Wir nehmen uns Zeit, uns vor Augen zu führen, dass die Welt so ist wie sie ist und nicht so wie sie sein sollte. Wir sind voller Erwartung, dass Christus wiederkommt und Seinen Frieden bringt. Bei Seinem ersten Kommen stellte Jesus unsere Beziehung zu Gott, die durch Sünde zerstört wurde, wieder her. Wenn Er wiederkommen wird, wird Er die Welt neu machen: Er wird uns von Schmerz und Leid erlösen, ein für alle Mal.“
Das ist dieselbe Nachricht, die wir auch heute in Römer 8 lesen. Wir warten sehnsüchtig auf die Wiederkehr Christi und auf Seine Herrlichkeit. Er wird alles Leid und allen Schmerz ein für alle Mal besiegen. Liebe Schwester im Glauben, dein gebrochenes, sehnsüchtiges Herz ist in dieser Adventszeit nicht nur willkommen, sondern auch dringend benötigt.
Ich bete heute für dich,
Brittany





