Das Wunder des Ganzen

Das Wunder des Ganzen

Ich frage mich, was wohl durch Marias Gedanken und Herz jagte, als ihr, wie aus dem Nichts, ein Engel erschien. Ohne Vorwarnung stand er plötzlich vor ihr. Seine Anwesenheit war gewaltig und sein Gruß schockierte sie bis ins Innerste. Schnappte sie beim Vernehmen seiner Stimme nach Luft? Sprang sie auf, als er in ihr Blickfeld trat?

Vierhundert Jahre war es her, seit Gott zu Seinem Volk gesprochen hatte. Kein einziger Prophet hatte eine neue Nachricht über den Herrn verlauten lassen. Es waren keine Engel mit prophetischen Ankündigungen aufgetreten. Alles war still zwischen Gott und Seinem Volk.

Dann, an einem scheinbar normalen Tag, durch ein scheinbar ganz normales Mädchen, änderte sich alles. Wir können uns nur vorstellen, wie dieses Zusammentreffen mit einem Engel für Maria gewesen sein könnte. Aber der Engel wirkte beruhigend auf sie ein, indem er sagte: „Fürchte dich nicht, denn Gott hat Gefallen an dir gefunden”. Wie unglaublich, so etwas zu hören. Als der Engel fortfuhr, ist es beinahe, als ob wir die innere Verwandlung sehen können, die in Maria stattfindet, als sie den Worten zuhörte, Verstehen sich in ihren Gedanken und ihrem Geist anbahnt, dass das Gesagte dazu gedacht war, tief in ihrem Herzen aufbewahrt zu werden. Sie hörte zu, als der Engel sagte:

„Hab keine Angst, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus nennen sollst. Er wird groß sein und Sohn des Allerhöchsten genannt werden… und sein Reich wird niemals untergehen (Lk. 1,30-33)

 

 

Als Maria anfing, über das Gesagte nachzudenken, wurde jede scheinbare Verwirrung der ersten Augenblicke durch eine stille Zusicherung und durch Vertrauen ersetzt. Und im Laufe dieses Nachsinnens begann sie Gott und Seinem Wort uneingeschränkt zu glauben. Nur deshalb konnte sie sagen: „Möge alles, was du gesagt hast, wahr werden und mir geschehen.“ (Lk. 1,38)

Später, als Maria Jesus als Baby in den Armen hielt – diese wunderbare Erfüllung eines vor langer Zeit erhaltenen Versprechens – da frage ich mich, ob sie sich an alles erinnerte, was der Engel ihr mitgeteilt hatte. Und ob sie wohl über das Wunder des Ganzen nachsann, wenn sie Jesus in ihren Armen anschaute, darüber staunend, dass sie den Sohn des Allerhöchsten vor sich hatte? Als die Hirten bei der Krippe ankamen und Anteil gaben an dem, was sie gesehen und gehört hatten, da hörte Maria zu und dachte über jene Dinge nach (Lk. 2,19), über diese gute Botschaft, die allen Menschen große Freude bringen würde. Für hunderte von Jahren hatte Sein Volk kein neues Wort von Gott vernommen, aber nun sprach Er und brachte ihnen eine frohe Botschaft. Den Beweis dafür hielt Maria in ihren Armen. Sein Wort war gewaltig und kraftvoll.

Irgendwie verstand sie die Größe und die Bedeutung all dessen, was sie sah. Anstatt diese Worte und Augenblicke bei der nächsten Begegnung einfach hinter sich zu lassen, bewegte sie diese voller Achtsamkeit und staunend über das Wunder des Ganzen. Maria sammelte alles, was sie gesehen und gehört hatte, wie geheimnisvolle Gaben und bewahrte sie in ihrem Herzen.

Es ist ein Geschenk, dass wir jeden Tag von Gott hören können und Seine Größe unter uns wirken sehen. Aber ich frage mich, ob wir die Kraft und die Stärke wahrnehmen, die darin liegt, sich die Zeit zu nehmen, innezuhalten und nachzusinnen, wie Gott in unserem Leben wirkt und darüber zu staunen, wie Er Sein Wort und Seine Verheißungen offenbart. Sammeln wir diese Schätze in der Überzeugung, nicht einfach Worte auf Papier vor uns haben, sondern wirkliche und lebendige Kraft?

Da gibt es so viele Augenblicke der Schönheit und der Wunder und der Ehrfurcht, die Gott für uns bereithält, die wir entdecken dürfen, wenn wir unsere Augen offenhalten und unsere Herzen wachsam sind. Lasst uns nicht das Wunder des Ganzen versäumen. Halte an Gottes Wort fest. Hör zu, wenn Er spricht, und bewege die Worte in deinem Herzen. Hüte sie wie einen kostbaren Schatz. Glaube, dass Er sein Wort und Seine Verheißungen in deinem Leben erfüllen wird. Und genau so, wie es von Maria gesagt wurde, kann auch über dich gesagt werden: „Gesegnet bist du, weil du geglaubt hast, dass der Herr tun wird, was er gesagt hat.“ (Lk. 1,45)

Andrea

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