Die Notwendigkeit der Vergebung
Nach ihrer Schwimmstunde letzten Sommer kam meine Tochter fast platzend vor Aufregung zu mir, um mir alles über ihre neue Freundin zu erzählen. Sie hatten beide den Mut aufgebracht, ein wenig miteinander zu reden, während sie im Pool auf die nächsten Anweisungen warteten, und schneller als man „Kanonenball“ sagen kann, wurden die beiden Freundinnen.
Natürlich hatte meine Tochter keine Ahnung, als ich sie nach dem Namen ihrer Freundin fragte und über was sie geredet hatten, dass sie beschlossen Freunde zu werden. Namen und Details waren nicht so wichtig wie zusammen Quatsch zu machen und Spaß im Wasser zu haben. Abgesehen von diesen paar Schwimmstunden im Sommer verbrachten die Mädels nie wieder Zeit zusammen, und doch haben sie auf eine Art und Weise, wie nur Kinder es können, beschlossen, dass das mehr als genug für ihre Freundschaft war.
Mich schüchtert der Gedanke an Freundschaft ein, besonders als Erwachsene und mit anderen Frauen. Ich habe ziemlich häufig in der Vergangenheit Mist gebaut, also weiß ich, was es heißt, Freundschaften zerbröckeln zu sehen. Ich wurde von Freunden verletzt und kenne den Schmerz, auf eine Entschuldigung zu warten, die niemals kommen wird. Es gab so viele Momente, in denen sich der Beginn einer Freundschaft aufregend und hoffnungsvoll anfühlte, nur um sie dann verblassen zu sehen, wenn die Geschäftigkeit des Lebens Zeit und Aufmerksamkeit woanders hinzieht.
Unsere heutige Bibellese zeigt uns eine der wichtigsten Grundlagen von Freundschaft: Vergebung. Wir werden alle irgendwann einen Fehler machen. Wir werden Mist bauen, das Falsche sagen, unsere Freunde verletzen, oder von ihnen verletzt werden. Es ist nicht so, dass Freundschaft ein angeboren fehlerhafter Plan für unsere Beziehungen ist – tatsächlich sind wir wundervoll geschaffen, um in Gemeinschaft zu leben. Die Wahrheit ist einfach, dass jede Beziehung zwischen unperfekten Menschen niemals perfekt sein wird. Wie wir uns entscheiden, mit diesen Momenten umzugehen, wird nicht nur die zukünftige Gesundheit unserer Beziehungen bestimmen, sondern auch unsere Herzen offenbaren.
„Da Gott euch erwählt hat, zu seinen Heiligen und Geliebten zu gehören, seid voll Mitleid und Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftheit und Geduld. Seid nachsichtig mit den Fehlern der anderen und vergebt denen, die euch gekränkt haben. Vergesst nicht, dass der Herr euch vergeben hat und dass ihr deshalb auch anderen vergeben müsst. Das Wichtigste aber ist die Liebe. Sie ist das Band, das uns alle in vollkommener Einheit verbindet.“ – Kolosser 3, 12-14

Wenn wir die Art von Freunden sind, die sich entschließen, voll Mitleid, Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftheit und Geduld zu handeln, dann werden wir dazu in der Lage sein, um Vergebung zu bitten – und sie anzubieten –, während wir unsere Beziehungen ehren. Wenn wir lieben, wie Christus liebt, können wir vergeben wie Christus vergeben hat. Das ist es, was unsere Freunde erleben werden – eine Liebe, die nur aus dem Überfluss der Zeit kommen kann, die wir damit verbracht haben, nahe am Herrn zu leben, und uns auf Ihn (nicht unsere Freunde) zu verlassen, um Sicherheit, Vertrauen und Freude zu haben.
Wenn du damit haderst, einem Freund zu vergeben, weil du keine Entschuldigung erhalten hast, ist mein Gebet, dass du nicht dort stehenbleibst. Ich kenne das Gefühl. Schütte Gott dein Herz aus. Erzähl Ihm alles, was passiert ist, alle Dinge, die dich verletzen. Er kennt und weiß es, und Er ist in der Lage, allen Schmerz, den du trägst, zu halten. Bitte ihn, dir zu helfen zu vergeben, sodass du den Schmerz loslassen kannst, bevor er dein Herz verhärtet. Vergebung ist nicht dasselbe wie Versöhnung, aber sie bringt dich auf den Weg zu Freiheit und Heilung.
Vielleicht musst du diese Woche einen Freund darum bitten, dir zu vergeben, damit eine Freundschaft heil werden kann. Bitte Gott darum, dir zu helfen, voll Mitleid, Erbarmen und Liebe zu reden, während du die Verantwortung übernimmst und handelst. Menschen wegzustoßen mag sich wie der einfachere und sicherere Weg anfühlen, aber es ist nicht das, wozu wir geschaffen wurden.
„Aber die Weisheit, die von Gott kommt, ist vor allem rein. Sie sucht den Frieden, ist freundlich und bereit, nachzugeben. Sie zeichnet sich durch Barmherzigkeit und gute Taten aus. Sie ist unparteiisch und immer aufrichtig. Und für die, die Frieden stiften, sät Gott die Frucht, die man dann ernten kann: Gerechtigkeit.“
Gottes Wort bestätigt, dass eine gesunde Gemeinschaft harte Arbeit bedeutet, und Gott hat uns mit dem Werkzeug ausgestattet, das wir benötigen, um gute Freunde zu sein. Lasst uns die harte Arbeit gemeinsam tun.
Crystal





