Dafür geschaffen
Manchmal sage ich im Spaß, dass ich, mal abgesehen von meiner Beziehung zu Gott, auch gut in einem Haus umgeben von hohen Mauern leben könnte, ohne jemals jemanden reinzulassen.
Du wirst es dir schon gedacht haben: ich bin eine introvertierte Person.
Ich bekehrte mich als Teenager. Deshalb kann ich mich gut an meine Leben „davor“ und „seither“ erinnern.
In all meinen Beziehungen bevor ich Christ wurde, ging es immer nur um mich. Und es war mir nie genug. Sie genügten mir nie.
Die meisten meiner Beziehungen „seither“ sind geprägt durch meine Gottesbeziehung, mein Dienen, Opferbereitschaft und Liebe. Glaubt aber nicht, dass ich das alles aus mir selbst schaffen würde; sie kommen aus der Beziehung mit dem Schöpfer – Gott.
Bei Gott geht es immer um Beziehung. Am Anfang, noch bevor die Erde geschaffen, erfüllt und zum Leben erweckt war, hatte Gott Gemeinschaft. In 1. Mose 1,2 heißt es, „Die Erde aber war wüst und öde, finster war es über den Wassern. Und der Geist Gottes schwebte über der Wasserfläche.“ Und in Johannes 1,1 steht, „Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“
Gott existiert und wirkt als und durch Gemeinschaft – Er ist der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Als Er die Erde schuf und dabei am sechsten Tag den Menschen machte, sagte Er, „Wir wollen Menschen schaffen nach unserem Bild, die uns ähnlich sind.“ Wir wollen…
Zum Glück hat Gott keine hohen Mauern um Sein Königreich gezogen und niemanden hineingelassen, weil Er gern allein gelebt hätte. Ich bin geschaffen nach Seinem Bild. Und zum Glück ist Gott nicht ansatzweise wie ich es bin.
Der Herr weiß wie wohltuend Gemeinschaft ist, und in Seiner Liebe und Barmherzigkeit möchte Er nicht, dass wir isoliert und alleine leben.
Du sagst, „Aber Freundschaft ist manchmal so schwer!“
Ich weiß. Du wurdest verletzt und zögerst, dich wieder verletzlich zu machen.
Wenn wir manchmal jedes Vertrauen verloren haben, gehen wir auf Abstand. Uns gefällt der Gedanke enger Freundschaften, wir besuchen den Gottesdienst und gehen in den Hauskreis. Aber in Wahrheit investieren wir uns nicht in Freundschaft mit allem Guten und Schlechten.
Aber es lohnt sich. Es lohnt sich wirklich.
Und weißt du auch, warum?
Weil du und ich dafür geschaffen wurden.
Selbst wenn es sich gerade unmöglich anfühlt, wir können echte, lebensspendende Freundschaften haben. (Hoffentlich) hinter uns liegt eine Pandemie, Gottesdienste am Bildschirm und ein völlig anderes Leben. Wir meinen vielleicht, keine Energie übrig zu haben, um uns in irgendetwas zu investieren; wir schaffen es gerade mal aus dem Bett morgens.
Ich will dich heute erinnern und ermutigen: du kannst es! Du hast bereits alles, was du dazu brauchst, in und durch unseren Herrn und Retter, Jesus Christus.
Während wir in unsere persönliche Gottesbeziehung investieren, werden wir an Sein Wesen erinnert, und wir können nicht anders, als anderen davon zu erzählen.
In 1. Johannes 1,3 heißt es, „Wir sagen euch, was wir selbst gesehen und gehört haben, damit ihr Gemeinschaft mit uns habt. Und zusammen sind wir verbunden mit dem Vater und mit Jesus Christus, seinem Sohn.“
Du hast es selbst gesehen und gehört. Du hast geschmeckt und gesehen, dass der Herr gut ist. Und du hast dein ganz eigenes Zeugnis Seiner Treue und Rettung.
Wir sind aufgerufen, es weiterzusagen – mit anderen zu teilen und sie auf den Herrn hinzuweisen, damit sie ebenfalls Gemeinschaft mit Ihm haben können. Und dabei sollen wir Gemeinschaft miteinander haben.
Was für einem herrlichen, fürsorglichen Gott wir doch dienen! Einem Gott, der sagt, es ist nicht gut, allein zu sein; der das Bedürfnis nach Freundschaft in unsere DNA gelegt hat, damit wir Sein Bild tragen.
Lasst uns Ihn heute für Seinen Sohn Jesus Christus preisen, in dem wir den vollkommenen Freund haben. Jesus nennt uns Seine Freunde, und Er ist unser Vorbild, wie wir selbst ein guter Freund sein können.
Wie kannst du diese Woche Jesus in deinen Freundschaften nachahmen?
Lasst uns ein bisschen weiter aus uns herauskommen, während wir zusammen Sein Wort studieren. Wir wollen uns im Gebet einander anvertrauen, verletzlich machen, unsere Freundschaften pflegen und Gott einladen zu wirken.
Petra
Herausforderung für Woche 1:
Wie äußert sich die großartige Freundschaft der Freunde des gelähmten Mannes in Markus 2? Wie wird bei ihnen der Wert der Gemeinschaft unterstrichen? Was kannst du diese Woche für deine Freunde tun, um ihnen deine Verbundenheit zu zeigen?





